Kleine Bilder – Große Geschichten
Geschichtenwürfel, wie unser Wunderwürfel, sind ein einfaches Werkzeug, um die Freude am Sprechen zu wecken. Ein Würfel, sechs Bilder – und unendlich viele Möglichkeiten! Das Schöne daran: Es gibt kein Richtig oder Falsch. Jedes Bild ist ein kreativer Funke. Spielerisch werden neben dem Sprechen auch aktives Zuhören, Wortschatz und Satzbau, Kreativität und Fantasie, gemeinsames Denken und soziale Kompetenz gestärkt.
So geht‘s
Ein Würfel mit verschiedenen Symbolen wird nacheinander im Uhrzeigersinn geworfen. Das oben liegende Bild gibt den Impuls zur Geschichte, die gemeinsam erdacht wird. Die erste Person würfelt und beginnt die Erzählung mit dem gewürfelten Symbol (z. B. beim Symbol Baum: Es war einmal ein großer Baum …). Der nächste Spieler oder die nächste Spielerin würfelt das zweite Symbol (z. B. eine Wolke) und setzt die Geschichte fort (z. B. … eines Tages schwebte eine weiße Wattewolke ganz nah zu ihm …). Vielleicht erfinden die Kinder überraschende Ideen oder nutzen schon längere Sätze, um die Bilder miteinander zu verknüpfen? Quatschgeschichten sind ausdrücklich erlaubt und machen besonders viel Spaß. Sie können auch kleine Denkpausen einlegen wie Was glaubst du, warum an dem Baum ein Zauberstab wächst? Wann die Geschichte zu Ende ist, entscheiden Sie gemeinsam. Um das Spielende zu feiern, können Sie sich zum Schluss noch einen Titel für die Geschichte überlegen: Wie soll unsere Geschichte heißen? Die freche Wolke?
Spielvarianten
- Mit älteren Kindern (ca. ab 5 Jahren) können Sie alternativ drei Würfel auf einmal oder dreimal nacheinander werfen und jedes Kind baut seine eigene, zusammenhängende Geschichte mit Spannungsbogen von Anfang bis Ende, mit Hauptfigur, Problem und Lösung. Danach ist die nächste Person an der Reihe. Wer erfindet wohl die lustigste, spannendste oder überraschendste Geschichte?
- Auch mit jüngeren Kindern (ca. 2 bis 3 Jahre) können Sie würfeln. In diesem Alter geht es vor allem darum, Gegenstände wiederzuerkennen, zu benennen und Laute nachzuahmen. So baut sich Schritt für Schritt der Wortschatz auf. Würfeln Sie abwechselnd und benennen Sie das oben liegende Bild: Schau mal, da ist ein Ball! Vielleicht wiederholt das Kind den Begriff, macht Laute oder holt seinen Lieblingsball. Sie können es auch zum Mitmachen animieren: Wie hüpft der Ball? … Genau, boing boing macht der Ball.
- Mit Schulkindern (ca. ab 8 Jahren) können Sie Geschichtenwürfel auch als Inspiration für die ersten selbst geschriebenen Kurzgeschichten nutzen.
Aus der Tipps-Kiste
Wenn ein Kind im Eifer des Gefechts ein Wort noch nicht ganz richtig ausspricht oder die Grammatik stolpert (z. B. Die Wolke ist weggefliegt!), korrigieren Sie es nicht Nutzen Sie das Korrektive Feedback: Wiederholen Sie den Satz ganz natürlich in der richtigen Form: Oh ja, die Wolke ist ganz schnell weggeflogen! So bleibt die Freude am Erzählen ungebrochen und das Gehirn speichert die richtige Form ganz von selbst ab.
Bastelanleitung des Wunderwürfels
Mit unserer Vorlage können Sie sich ganz einfach selbst einen Geschichtenwürfel bauen. Oder gleich zwei oder drei – so können Sie mit mehreren Würfeln gleichzeitig spielen.
- Drucken und verstärken: Drucken Sie die Vorlage auf A4-Papier aus. Damit der Würfel beim Spielen stabil bleibt, können Sie das Blatt vor dem Ausschneiden auf ein Stück dünne Pappe kleben, z. B. eine leere Müslischachtel.
- Ausschneiden: Schneiden Sie die Würfelform sorgfältig entlang der äußeren, durchgezogenen Linien aus. Wichtig: Die Laschen nicht abschneiden – das sind die Klebeflächen.
- Knicken: Knicken Sie alle Linien – auch die der Laschen – einmal kräftig nach innen um, sodass eine Würfelform entsteht.
- Kleben: Bestreichen Sie die Laschen dünn mit Klebstoff. Fügen Sie den Würfel zusammen und drücken Sie die Kanten einen Moment lang mit den Fingern fest zusammen. Schon ist der Wunderwürfel startklar. Viel Spaß beim Spielen!
Pädagogisches Zusatzmaterial
Weitere Spielanregungen für die pädagogische Arbeit mit Kindern und im Team finden Sie hier.