„Was habe ich mit Mehrsprachigkeit zu tun?“

Unter diesem Titel fand am 24. September 2026 eine Veranstaltung des Verbandes Binationaler Familien aus Frankfurt in Kooperation mit der dortigen VHS statt.

Eine unserer Sprach-Coaches nahm an dem äußerst anschaulichen Vortrag von Prof. Dr. Katharina Brizić (Universität Freiburg) teil. Ihre Forschungsergebnisse zeigten, wie die Marginalisierung (also das An-den-Rand-Drängen) der (Erst-)Sprachen der Kinder sehr häufig eine negative Auswirkung auf erfolgreiche Bildungswege hat.

Hier müsse ein komplettes Umdenken stattfinden, meinte auch Prof. Dr. Engin (PH Heidelberg) in der anschließenden Podiumsdiskussion. Sie plädierte dafür, den Ansatz des Translanguagings* für erfolgreichen Sprachenerwerb und gute Bildungswege für mehrsprachige und auch einsprachige Kinder zum Standard in Bildungseinrichtungen zu machen. Diese Überzeugung teilten auch Dr. Marie Leroy (Universität Frankfurt) sowie die mehrsprachige Schülerin Nikol, die von ihren biografischen Erfahrungen berichteten und ebenso die positive Wirkung der Einbeziehung aller Sprachen der Kinder im pädagogischen Alltag hervorhoben.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete das praktische Kennenlernen des Kartensets „Out of the Box“, das im Rahmen des VISUL-Projektes erarbeitet wurde. Das Spiel lässt sich sehr gut in Teams oder bei Elternveranstaltungen zur Auseinandersetzung und Reflexion von Mehrsprachigkeit in pädagogischen Zusammenhängen nutzen. Das Kartenset kann in Verbindung mit einem Einführungsworkshop bei VISUL (visul@verband-binationlaer.de) angefragt werden. Es ist kostenfrei für alle Einrichtungen mit Ganztagesbetreuungsangeboten in Frankfurt am Main.

*Translanguaging zielt darauf ab, dass mehrsprachige Personen alle ihre Sprachen und die damit einhergehenden Sprachkompetenzen in Lernsituationen einbringen können, mit dem Ziel der größtmöglichen Beteiligung und sprachlichen Weiterentwicklung.