Warum Sprachstandserhebungen in der Kita wichtig sind

Sprache eröffnet Kindern Zugänge zu Bildung, Beziehungen und gesellschaftlicher Teilhabe. Sprachstandserhebungen unterstützen pädagogische Fachkräfte dabei, die sprachliche Entwicklung eines Kindes aufmerksam, ressourcenorientiert und frühzeitig wahrzunehmen. 

Dabei steht nicht der Vergleich zwischen Kindern im Mittelpunkt, sondern die Frage: Welche Stärken zeigt das Kind bereits, welche Ausdrucksformen nutzt es und wie kann es im Kita-Alltag gezielt begleitet werden? 

Das Video gibt einen kurzen Einblick in die Bedeutung von Sprachstandserhebungen, ihre Chancen für eine individuelle Förderung und die wichtige Zusammenarbeit mit Familien. 

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Inhalt des Videos

Sprachstandserhebungen in der Kindertagesbetreuung sind wichtig, weil Sprache eine zentrale Grundlage für Bildung, soziale Teilhabe und die persönliche Entwicklung von Kindern ist. Bereits im frühen Kindesalter zeigt sich, wie Kinder Sprache nutzen: wie sie Fragen stellen, Geschichten erzählen, Konflikte sprachlich lösen, Hinweise und Anweisungen verstehen und eigene Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken.

Eine Sprachstandserhebung hilft dabei, frühzeitig gezielt zur beobachten, wie sich ein Kind sprachlich entwickelt. Dabei geht es nicht darum, Kinder zu bewerten, miteinander zu vergleichen oder unter Druck zu setzen. Vielmehr erhalten pädagogische Fachkräfte einen differenzierten Eindruck davon, welche sprachlichen Fähigkeiten bereits vorhanden sind, welche Stärken ein Kind mitbringt und in welchen Bereichen gezielte Impulse oder Unterstützung sinnvoll sein können.

Ein ressourcenorientierter Blick ist dabei besonders wichtig: Sprachstandserhebungen zeigen nicht nur, wo ein Kind möglicherweise noch Unterstützung benötigt, sondern auch, welche sprachlichen Kompetenzen, Ausdrucksformen und Interessen bereits vorhanden sind. Manche Kinder erzählen fantasievolle Geschichten, andere verfügen über einen großen Wortschatz in ihrer Familiensprache, nutzen Gestik und Mimik sehr ausdrucksstark oder zeigen großes Interesse an Büchern, Liedern, Reimen oder Gesprächen. Solche Ressourcen können aufgegriffen und gezielt gestärkt werden.

Gleichzeitig können Sprachstandserhebungen helfen, mögliche Unterstützungsbedarfe genauer wahrzunehmen. Manche Kinder haben zum Beispiel Schwierigkeiten beim Wortschatz, beim Satzbau, bei der Aussprache oder beim Sprachverständnis. Dabei geht es nicht nur darum, ihre Deutschkenntnisse zu fördern, sondern sie insgesamt in ihrer sprachlichen Entwicklung zu begleiten, Sprachfreude zu stärken und ihnen Sicherheit sowie Selbstvertrauen in der Kommunikation zu vermitteln. Wichtig ist dabei, Mehrsprachigkeit nicht als Problem zu verstehen, sondern als wertvolle Ressource, die in der pädagogischen Arbeit anerkannt und einbezogen werden sollte.

Ein großer Vorteil besteht darin, dass Förderung früh beginnen und individuell gestaltet werden kann. Je besser Fachkräfte die sprachlichen Möglichkeiten, Interessen und Bedürfnisse eines Kindes kennen, desto gezielter können sie es im Alltag begleiten. In der Kita und Kindertagespflege geschieht Sprachbildung häufig spielerisch und alltagsintegriert, zum Beispiel beim Vorlesen, Singen, Erzählen, Rollenspiel, gemeinsamen Essen oder im Gespräch über Erlebnisse. Die Ergebnisse der Erhebung können den Fachkräften zeigen, welche Situationen, Themen und Angebote für ein Kind besonders hilfreich und motivierend sind.

Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern spielt dabei eine wichtige Rolle. „Eltern, Familien und Erziehungsberechtigte sind wichtige und kompetente Partner. Deren Einbindung und Wertschätzung ist ein entscheidendes Element für die sprachliche Entwicklung und Bildung der Kinder“ (HKM/ HMSI 2017, 8). Wenn Eltern wertschätzend einbezogen werden, entsteht ein umfassenderes Bild des Kindes: Sie können berichten, wie ihr Kind zu Hause kommuniziert, welche Sprache oder Sprachen es nutzt, welche Interessen es zeigt und welche Ausdrucksformen ihm vertraut sind. So können die Fachkräfte der Kindertagesbetreuung und Familie gemeinsam daran anknüpfen und das Kind stärken.

Passend dazu wird betont: „Sprachliche Bildung und Förderung muss möglichst früh beginnen, lange fortdauern, in den Alltag aller Lernorte und Bildungsbereiche eingebettet sein und von qualifizierten Fachkräften durchgeführt werden“ (HKM/ HMSI 2017, 8).

Zusammenfassend sind Sprachstandserhebungen in Kitas sinnvoll, weil sie Chancengleichheit fördern und eine individuelle, ressourcenorientierte Begleitung ermöglichen. Sie helfen nicht nur dabei, mögliche Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen, sondern auch Stärken, Interessen und besondere Ausdrucksmöglichkeiten der Kinder sichtbar zu machen. So können Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung unterstützt, in ihren Ressourcen bestärkt und gut auf weitere Bildungswege vorbereitet werden.

 

Literatur

Hessisches Kultusministerium (HKM)/ Hessisches Ministerium für Soziales und Integration (HMSI): Sprachliche Bildung und Förderung aller Kinder im Elementar- und Primarbereich. Konzept des Landes Hessen. 2017

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